Ölradiator

Neben dem Kachelofen, der hauptsächlich dazu gedacht war, als Hauptheizung ein ganzes Wohnzimmer zu erwärmen, ist der Ölradiator als elektrische Heizung sehr bekannt. Dieser wurde überwiegend als Nebenheizung benutzt, in Räumen, in denen nicht ständig geheizt werden mußte, sowie als Übergangslösung.

Ölradiator als Zwischenheizung

Gerade im Herbst, wenn man den großen Kachelofen noch nicht heizen wollte, oder später auch nicht die Zentralheizung, weil es nur an wenigen Stunden abends und morgens etwas kühl wurde, brauchte man eine Zwischenlösung, die schnell Wärme bot aber genau so schnell auch wieder abgeschaltet werden konnte. Neben der Heizsonne, die aber auch viele Gefahren durch ihre glühenden Drähte hatte, gab es die kleinen Gebläseheizungen. Die waren aber laut, wirbelten viel Staub auf und waren auch nicht ungefährlich.

Also wurde nach einer anderen Möglichkeit gesucht. Erfunden war der Ölradiator.

Diese meist als transportablen Standgeräte angebotenen Heizungen bestanden aus einem Blechgerippe, ähnlich wie der Heizkörper der Zentralheizung, waren aber als separate, transportable Heizung überall in der Wohnung aufzustellen, wo gerade kurzfristig Wärme gebraucht wurde. Betrieben wird er mit Strom, viel Strom, was ihn bei längerem Lauf schnell als Energiefresser abstempelte.

Bei uns war das damals in der Küche, die keine eigene Heizung hatte, im Bad, da gabs keinen Kachelofen, oder im Wohnzimmer abends vor dem Fernseher. Das war auch jedes Mal im Herbst am Stromverbrauch zu sehen.

Vorteile des Ölradiators

typischer elektrischer Ölradiator
typischer Ölradiator

Schön war es immer, wenn der Radiator eine Weile an war und das Zimmer langsam warm wurde. Denn die Wärme, die er abgab, war bei weitem nicht so aggressiv und beißend wie bei der Heizsonne. Außerdem konnte er dann gedrosselt werden, entweder über eine kleinere Heizstufe, oder an einem Rädchen, das sogar stufenlos zu bedienen war. Ein Thermostat war ebenfalls eingebaut.

So konnte man die Heizleistung prima den Bedürfnissen anpassen. Bei der Heizsonne, aber auch beim Heizlüfter mußte man nach einiger Zeit abschalten, weil die heiße Luft einfach unerträglich wurde. Dafür blieben die Füße oft kalt.

Das kann der Ölradiator besser. Er wärmt zwar auch die Luft auf, die dann natürlich nach oben steigt, aber sehr viel angenehmer. Kalte Füße hatte ich nur am Anfang, bevor er richtig warm war.

Die Nachteile des Ölradiators

Der größte Nachteil ist natürlich der Stromverbrauch. Im Gegensatz zur Infrarotheizung mußte der Radiator erst die Raumluft erwärmen, ehe es den Menschen im Zimmer warm wurde. Das hat

  1. immer eine ganze Weile gedauert
  2. gerade am Anfang, wenn die volle Heizstufe angeschaltet war, viel Strom verbraucht
  3. und laut geknistert hat er auch immer nach dem Einschalten, vor allem, wenn er kurz vorher bewegt wurde

Zum Transportieren von einem Zimmer ins andere war er ziemlich schwer, und nach dem Ausschalten hatte er noch lange Wärme abgestrahlt.

Das war natürlich für einen Frühaufsteher, der nur morgens eine halbe Stunde lang schnell Wärme haben wollte beim Frühstücken, nicht das richtige. Wenn es warm wurde, war das Frühstück beendet.

Fazit Ölradiator

Dieses ist ein energiefressendes Heizsystem und eigentlich überhaupt nicht mehr zeitgemäß. Er ist teuer im Betrtieb, wird zu langsam warm und läßt sich nicht unbedingt bequem händeln. In kleineren Räumen, wo man sich länger aufhalten will, mag er vieleicht noch Sinn machen. Denn wenn ein kleiner Raum erst einmal warm ist, braucht er ja keine große Energiemenge mehr, um diese Wärme zu halten. Ich habe ihn zum Beispiel in meinem kleinen Bastelkeller zu stehen.

Für alle anderen Anwendungen gibt es aber meist bessere Alternativen.